Nervenkrieg im Dosenredder in Eutin

Nervenkrieg im Dosenredder in Eutin

Bereits zum vierten Mal in nur vier Tagen kam es zu einem Feuerwehreinsatz in einem Mehrfamilienhaus im Dosenredder. Dieses Mal brannte es im Keller. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Eutin. Am Sonntagabend kam es aus noch ungeklärter Ursache zu einem Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus im Dosenredder. Bereits zum vierten Mal rückte die Feuerwehr in den vergangenen vier Tagen aus. Zweimal war es ausgebrachtes Chlor im Treppenhaus, brennende Mülltonnen vor dem Gebäude und gipfelte am Sonntag mit einem Feuer im Keller. Eine Person musste aufgrund von Kreislaufproblemen behandelt werden. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Wer terrorisiert die Mieter im Mehrfamilienhaus im Dosenredder?

Am Donnerstag- und Freitagabend kommt es zu einem Gefahrguteinsatz mit ausgebrachtem Chlor im Treppenhaus. Am Samstagabend brennen gleich zwei Mülltonnen in unmittelbarer Nähe vom Gebäude. Und nun am Sonntagabend gegen 21 Uhr brannte Unrat im Keller, wieder in gleichen Häuserblock. Die Polizei scheint nicht an Zufälle zu glauben, denn auch die Kriminalpolizei ermittelt.

Anwohner stehen teilweise im Schlafanzug auf der Straße, kleine Kinder schauen der Feuerwehr bei der Arbeit zu. Aufgeregt rennen einige Mieter umher, ein älterer Herr braucht durch Kreislaufprobleme die Hilfe vom Rettungsdienst. Im Dosenredder hat es mal wieder gebrannt. Eigentlich erst der zweite Brand, wäre der Andere nicht erst 24 Stunden her. Waren es noch am Samstagabend Mülltonnen die brannten, ist es dieses Mal Unrat der im Keller brennt. Rauch breitet sich im Keller aus, die Feuerwehr muss mühsam die Verschläge durchkämmen um an das Feuer zu kommen. Alle Anwohner können sich ins Freie retten und bleiben unverletzt. Die Feuerwehr löschte das Feuer und belüftete im Anschluss mittels Hochleistungslüftern das Gebäude. Was auffällt sind die Schmierereien an den drei Fenstern. Nationalsozialistische Symbole prangern auf der weißen Oberfläche. Das Hakenkreuz ist allerdings falsch herum raus geschmiert worden und zusätzlich prangert ein weiteres Zeichen auf dem Fenster. Wie es dazu kam, ermittelt die Polizei. Laut Augenzeugen waren die Schmierereien am Nachmittag noch nicht da.

Anwohnerin Marie N. wohnt mit in dem zusammenhängenden Mehrfamilienhaus. Sie und auch viele andere Mieter leben seit Donnerstag in ständiger Angst. „Man traut sich ja nicht mehr zu Bett zu gehen“, sagt Marie N. sichtlich aufgewühlt. „Die Gegend ist normalerweise ruhig“, sagt ein anderer Mieter, der unbekannt bleiben möchte. Doch was sich seit dem Donnerstagabend in dem Mehrfamilienhaus im Dosenredder abspielt, grenzt an Psychoterror. „Wir wurden am Donnerstag und Freitag, jeweils in den Abendstunden, zu einem Einsatz mit einem unbekannten Stoff alarmiert“, sagt Pressesprecher Florian Wrage. Unbekannte hatten im Hausflur ein größere Menge Chlor verteilt. Am Freitag brannten dann zwei Mülltonnen in voller Ausdehnung in unmittelbarer Nähe vom Gebäude. „Anwohner konnten das Feuer mit Wasser aus einem Gartenschlauch in Schach halten“, sagt Wrage. So konnte die Feuerwehr das Feuer schnell löschen. Nun am Sonntagabend der Kellerbrand, wieder im gleichen Wohnblock. Die Mieter sind verunsichert und leben mit der Angst was als nächstes kommen wird. Anwohner wollen beim Mülltonnenbrand eine Art Molotov Cocktail gesehen haben. „Man hat überall Glassplitter auf dem Boden gesehen“, sagt eine Mieterin.

Die Anwohner konnten eine Stunde nach dem Einsatz wieder in ihre Wohnungen. Die Polizei sammelte am Tatort Spuren, befragte die Mieter und machte Fotos. Eins bleibt aber: Die Angst wer die Mieter im Dosenredder terrorisiert. Und leichtfertig Menschenleben aufs Spiel setzt.

Text und Bilder: Arne Jappe (arj)

Arne Jappe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.